Auch dieses Jahr hieß es wieder „heraus zum autonomen 1. Mai“.
In Wuppertal versammelten sich laut WZ rund 400 Menschen am AZ, laut Indyartikel 250, Bullenbericht liegt noch nicht vor.
Der Tag war voll von Repression, Schikane und Überwachung. Polizeistaat pur.
Am Hauptbahnhof in Wuppertal war alles ruhig. Dank Sonne und blauem Himmel waren Eisdielen und Cafés gefüllt – Grüne waren weit und breit noch nicht zu sehen. Dies änderte sich schlagartig mit dem Verlassen der Fußgängerzone. In Richtung des AZ’s wurde es immer grüner und grüner, es hätte glatt eine Demo der GdP werden können. Nachdem mensch sich den Weg durch Wannen und grinsenden Cops gebahnt hatte, konnte es auch schon fast losgehen. Der Weg in Richtung City war dicht – und zwar komplett. Dies hätte man möglicherweise verhindern können, indem mensch die Deutsche Bank nicht auf der Demokarte vermerkt. Die lässt sich auch so erkennen!
Als die Polizei den Demozug also direkt zum Ölberg drängen wollte, kam es zum ersten Übergriff unter dem Vorwand der „Vermummung“ und dem der „passiven Bewaffnung“. Einige Pfefferspraydosen, Faustschläge und Knüppeleinsätze später bewegte sich der Demozug in Richtung Schusterplatz. Weit gelangten wir nicht. Nach geschätzten 1.5 Metern wurde Demo wieder gestoppt. Nachdem seitens der Polizei Sonnenschirme von Demoteilmehr/innen beim ersten Übergriff zerstört wurden, wurde kurz vor dem nächsten darauf hingewiesen, dass diese nun als Bewaffnung gelten könnten. Als es dann zum Übergriff kam, zeigt die Polizei, wofür sie wirklich da war – zum Prügeln. Im Boxring hätte der Polizist, welcher sich in semiprofessioneller Körperhaltung mit geballten Fäusten und einem Grinsen im Gesicht auf den Zugriff vorbereitete, sicherlich keine großen Aussichten auf Erfolg gehabt. Dank entsprechender Ausrüstung, sah das Ganze für ihn erheblicher besser aus.
Beim Übergriff wurden dann die restlichen Transparente entwendet – PASSIVE BEWAFFNUNG!!!
All diese Aktionen und unnötigen Festnahmen wurden dann als deeskalierende Maßnahmen gepriesen – ein prügelnder Mob in grün, der dabei noch einzelne Teilnehmer/innen schikaniert, soll deeskalierend wirken?
Naja, interessante Interpretation des Geschehens.

Weiter ging’s in Richtung Schusterplatz. Auf dem Weg dorthin gab es dann immer und immer wieder Festnahmen, die nicht gerade zimperlich durchgeführt wurden. Die Polizei hatte ihre Hunde nicht unter Kontrolle und ein Mann der versuchte, diesen mit Wasser zu vertreiben, wurde unter dem Vorwand vom Widerstand mitgenommen.
Plötzlich stoppte die Demo, weil eine kleine Gruppe von der Polizei abgeriegelt wurde und nicht weiter an der Demo teilnehmen konnte. Der Grund ist mir leider unbekannt, doch nach kurzer Zeit wurde Gruppe wieder zum Rest der Demo gelassen, auch wenn bis zum Schluss nicht alle Hunde vom Rand der Straße entfernt wurden.
Bis zum Schusterplatz war es dann immer wieder das gleiche. Am Platz angkommen gab es noch kleinere Rennereien, die jedoch darin endeten, dass die Wiese schnell gefüllt war und der Tag bei netter Musik ausklingen konnte.
Auf dem Rückweg Waren dann noch überall Cops und das Polizeistaatfeeling wollte nicht enden. Erst in der Fußgängerzone wurde es denn etwas angenehmer, wobei auch dort überall Sixpacks unterwegs waren – die Idylle des sommerlichen Nachmittags, welche schon vor der Demo dort herrschte, wurde jedenfalls keineswegs gestört und somit konnte dort munter konsumiert werden an einem Tag, der eigentlich anderes erhoffen lassen sollte.
Die Wuppertaler Zeitung berichtete übrigens von über 10 Festnahmen und Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant/innen. Mir bat sich ein anderes Bild!
Noch ein kurzer Kommentar zu dem Verhalten von vielen Teilnehmer/innen:
Ist es nicht seit jeher Konsens, dass mit Bullen nicht geredet wird? Im Guten wie im Schlechten: KEIN WORT ZU DEN BULLEN!
Und auch das ständige Auseinanderreißen der Demo ist immer eine Gefahr, falls sich die Cops in die Demo prügeln, sie hätten sich am Freitag aber auch dazwischen stellen können.
Kraftvoll wäre da noch etwas anderes!
Vielleicht wird es im nächsten Jahr mal wieder wirklich selbstbestimmt durch Wuppertal zu gehen – die Hoffnung stirbt zuletzt.
THE STREETS ARE OURS!
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